WhitePaper oder toilet paper?

Seit 2013 rühmt sich die Gabriel-Tech in hochtrabenden Worten über ein sogenanntes WhitePaper, dass über die Gabriel-Technologie verfasst wurde (gabriel-technologie.de/elektrosmog/white-paper/). Was ist ein WhitePaper?

Ein White Paper oder Whitepaper (ursprünglich englisch; basierend auf dem politischen Weißbuch) ist ein Instrument der Öffentlichkeitsarbeit, das eine Übersicht über Leistungen, Standards und Technik vor allem zu IT-Themen gibt. Hierzu zählen auch Anwenderbeschreibungen, Fallstudien und Marktforschungsergebnisse. White Papers geben auf mindestens zwei Seiten einen Überblick über Vor- und Nachteile, Kosten und Einsparpotenzial einer bestimmten Problemlösung.

Oft wird zu einem klar eingegrenzten Themengebiet durch Auflistung von Pro- und Kontra-Argumenten ausführlich Stellung genommen. Die Sprache wird eher fachlich gehalten. Auch auf verkäuferische Floskeln wird oft verzichtet. Neben dem IT-Umfeld werden sie heute auch auf anderen Fachgebieten geschrieben.

Quelle: de.wikipedia.org/wiki/White_Paper

Der Verfasser des WhitePaper war Dr. George L. Carlo.
Wer aber ist Carlo? Auskunft darüber gibt zum Beispiel das Elektrosmog-Forum izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=45073.

Zum Leiter des Forschungsprogramms ernennt die CTIA einen Experten, der Erfahrung im Vertuschen hat: Dr. George Carlo. Der Mann hat schon früher anderen Industrien aus ähnlichen Situationen heraus geholfen. So war er mit dem “Chlorine Institute” daran beteiligt, die Gefahren des Dioxins herunter zu spielen, für Philip Morris leitete er eine Studie, die belegt, dass voreingenommene Wissenschaftler dazu neigen, die Gefahren des Passivrauchens zu überschätzen. Stille Erwartungen der Mobilfunkindustrie an Dr. Carlo sollten sich indes nicht erfüllten: Am Schluss des WTR-Programms trat Carlo im Juni 1999 in Long Beach, Kalifornien, auf einem Kolloqium über mögliche Gesundheitsrisiken von Mobiltelefonen auf, und berichtete, Handys könnten Krebs und andere Gesundheitsschäden verursachen.

Bis heute ist nicht klar, ob George Carlo hier seinem Gewissen folgte und Internas seiner Forschung preis gab, oder ob er sich im Auftrag einer anderen Industrie äußerte, für die er zuvor gearbeitet hat (Big Tobacco). Die Tabakindustrie hätte Vorteile davon, wenn sich die Bevölkerung weniger über das Nikotin und Kondensat konsumierter Zigaretten Sorgen macht, als über die “gefährliche” Strahlung von Mobilfunktelefonen und Basisstationen. Seit 1999 weltweit durchgeführte Forschungsprogramme konnten die Behauptungen von Dr. Carlo nicht bestätigen. Eine auf lange Laufzeit ausgelegte sehr große (gut 400’000 Teilnehmer) Krebsstudie in Dänemark erbrachte bislang keine Hinweise darauf, dass der Gebrauch von Handys tatsächlich mit einem höheren Krebsrisiko erkauft wird.

Ergänzend zum Thema lesen wir auf izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=45074:

Das Anfixen von (jugendlichen) Konsumenten ist für das langfristige Geschäft mit dem Tabak enorm wichtig. Aber Jugendliche und sozial Schwache haben nur ein sehr begrenztes Budget für den Konsum zur Verfügung.
Mit dem Mobiltelefon ist hier ein enorm starker „Konkurrent“ zum Tabak entstanden, der einen Großteil-, wenn nicht sogar das komplette Budget vereinnahmt und dadurch einen nicht unbeträchtlichen Anteil von potentiellen Tabakkunden vom (regelmäßigen) Rauchen abhält.

Schränken die Konsumenten aus gesundheitlichen Erwägungen die Mobiltelefonnutzung stark ein, steht wieder mehr „Budget“ für andere Dinge zur Verfügung….

Auf izgmf.de/scripts/forum/index.php?id=45077 lesen wir, wie sich Carlos sein Team zusammenstellte; alles Leute mit aktuellen oder ehemaligen Verstrickungen zur Tabak-Industrie! Wer sich für Carlos noch weiter interessiert, möge sich gerne die 6-teilige Serie über sein Wirken „Der Untergang des Dr. George L. Carlo“ (in Englisch) zu Gemüte führen.

George Louis Carlo (Part 1)
(Dow Chemicals, Agent Orange & Dioxins (…to 1990))
— Early years – Carlo’s background in nuclear, dioxins and Agent Orange, and the Dow Chemical Co. —
www.sciencecorruption.com/ATN167/00244.html

George Louis Carlo (Part 2)
(Tobacco & Other 1989-93)
(See Part 3 for the parallel CTIA WTR operations.)
www.sciencecorruption.com/ATN167/00245.html

George Louis Carlo (Part 3)
(Cellphones & EMF)
(See Part 2 for other projects running at the same time)
www.sciencecorruption.com/ATN167/00246.html

George Louis Carlo (Part 4)
(See Parts 3 and 5 for all projects linked to cellphones and EMFs.)
www.sciencecorruption.com/ATN167/00247.html

George Louis Carlo (Part 5)
(WTR and EMF Research)
(See Part 4 for non-EMF projects running at the same time))
www.sciencecorruption.com/ATN167/00248.html

George Louis Carlo (Part 6)
(EMF doomsaying, protection and EMF training businesses. Snake-oil salesman.)
www.sciencecorruption.com/ATN167/00249.html

Und ergänzend: Carlo’s organisations, staff and associates


Harry Roos, „Eigentümer“ und Produzent des „Gabriel-Chip“, hat in Verbindung mit dem Film „Der Handykrieg“ („Thank You For Calling“) über Film-Produzent Klaus Scheidsteger Kontakt zu Herrn Carlos (Mitproduzent) bekommen. Carlos, ein tüchtiger Geschäftsmann, hat Roos angeboten, für eine gewisse Summe Geld über seine Institute ein Papier zusammenzustellen, dass wissenschaftlich haltbar erscheint (vielleicht hat auch Roos Carlos Geld angeboten…). Über das Ergebnis rühmt sich Geschäftsführer und Kaufmann Lehmann schwärmerisch:

„Nun endlich, im Sommer des Jahres 2013, ernten wir alle die Früchte dieser Arbeit. Das vorliegende Weißbuch ist die Bestätigung für die unermüdliche Arbeit unseres Teams – ein Durchbruch,  der  uns  allen  Mut  macht  und  uns  mit  Stolz  erfüllt.  Nicht  zuletzt  auch  deshalb, weil dieses Weißbuch darüber hinaus die Grundlage für die US-Patentanmeldung der Gabriel Technologie Plattform geschaffen hat. Allen Mitstreitern an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön!

Aaahhh, was für ein Abgang! Was für ein Durchbruch! – Vor allem verbal, gelle.

Weitere Zitate aus dem Paper:

„Die der Gabriel-Technologie zu Grunde liegende Wissenschaft ist fundamental …“

„Deshalb ist die Gabriel-Technologie eine kreative Innovation, die auf dem Fundament dokumentierter und überprüfter physikalischer Wissenschaft beruht.“

„Als  wir  vor  15  Jahren  bei  Gabriel  mit  der  Forschungsarbeit  zu  einem  spannenden  Zukunftsthema  begannen,  konnte  keiner  von  uns  auch  nur  im  Ansatz  erahnen,  wohin  der Weg führen würde. Es ist ein generelles Charakteristikum von Wissenschaft…

Mädels! Wir sind es müde, immer noch wieder zu erklären, was auf gabrielachipsy hinlänglich nachzulesen ist; NIX am Chip ist wissenschaftlich! Die Grundlagen des Chips sind esoterisches Gedankengut, Wunschdenken, allenfalls Experimente, eher noch unlauterer Geschäftssinn. Und da die Gabriel-Tech auf ihren eigenen Internetseiten in den „Rechtlichen Hinweisen“ explizit darauf hinweist, dass „weder das Wirkprinzip, noch die Herstellungstechnologie noch eine positive Wirkung auf das gesundheitliche Wohlbefinden […] bisher allgemein wissenschaftlich anerkannt“ sind, ist auch das WhitePaper wieder nur Verarsche. Sorry, wenn wir hier einmal sehr deutschlich werden!

„Dieses Papier ist dennoch kein Produkt der Gabriel-Tech GmbH und der Inhalt sollte als unabhängige Einschätzung betrachtet werden.“

Warum wird hier explizit darauf hingewiesen, das Papier sollte als unabhängige Einschätzung betrachtet werden“, wenn es unabhängig ist? Es wäre unabhängig, wenn es eben keine Auftragsarbeit wäre! Wieviel Geld hat Carlos für die Erfüllung seines Auftrages und seine „brillianten Ausführungen“ bekommen? Derselbe Carlos kümmert sich nach aktuellem Kenntnisstand übrigens für sicherlich nochmals eine große Handvoll Geld auch um das angekündigte „US-Patent„. Wenn das nicht genehmigt wird, hat die Gabriel-Tech zumindest einen schönen Abschreibungsposten, denn Herr Carlos hat sein Geld jetzt schon verdient; ein Fuchs!  😉

Also, nichts gegen Herrn Carlos, aber das gesamte WhitePaper erinnert vom Stil her an einen gewissen Herrn Medinger (der erstellte 2002 einen „amtlichen Wirknachweis“ für die Gabriel-Tech), der vor Jahren einmal vom Gericht als Gutachter aus dem Gerichtssaal hinauskomplimentiert wurde – „nach Ansicht des Gerichts basierten seine komplizierten Ausführungen nicht auf etablierten Methoden der Physik.“ Die Gabriel-Tech hat es anscheinend nötig, jemanden zu beauftragen, der ein solches scheinwissenschaftliches Pamphlet herausgibt, hinter dem sich die Gabriel-Tech worthülsenreich verstecken kann. Lesen wir uns noch einmal genau die Wikipedia-Definition zum WhitePaper durch, erkennen wir sowieso, dass diese auf die Arbeit Carlos‘ weitestgehend nicht zutrifft, bzw. umgekehrt. (Pro & Contra!)

Aber was ist eigentlich mit dem Film „Der Handykrieg“ … ?! Carlos als Anti-Mobilfunk-Film-Produzent hätte diese „Gabriel-Technology Made in Germany“ als Allheilmittel gegen furchtbar böse Strahlen/Frequenzen/Felder/Wellen doch sicherlich erwähnt, wenn …? Wenn da was dran gewesen wäre…? Wenn er ein paar Dollars oder Euro mehr hinzuverdient hätte…?

Wo er doch als vehementer Mobilfunk-Kritiker auftritt, wär es doch naheliegend und prächtig gewesen, gleichzeitig eine universelle Schutz-Lösung anbieten zu können – mit gewisser Beteiligung natürlich. Hatte er diese zu hoch angesetzt? Also, warum tut er es nicht? Der ist Geschäftsmann und will Geld verdienen. Wir spekulieren hier darauf, dass er einfach nur wusste, dass die „Gabriel-Technologie“ alberne Quacksalberei ist, mit der er sich nicht soooweit aus dem Fenster zu lehnen gedachte; das wäre u.U. zu peinlich geworden! Der geht auf Nummer sicher und lässt sich nicht in offensichtliche, schnell durchschaubare Gaunereien reinziehen. Das WhitePaper war nur ’ne Gefälligkeit, ein sehr netter Nebenverdienst, für die er die Gabriel-Tech nur benutzt hat. Vielleicht wurde aber der Gabriel-Tech die Sache selber zu heiß. Internationaler Vertrieb ruft internationale Denker auf den Plan! Wenn dann international bekannt würde, was die hier in Europa verzapfen…, dann gute Nacht!

Der Film übrigens – nur ein Geschäft für Carlos, wie viele andere, und vom Inhalt her tendenziös und ohne einen einzigen stichhaltigen Beweis für negative gesundheitliche Folgen durch Handynutzung. Es könnte Hinweise darauf geben, dass Handy-Strahlung Krebs verursacht, blablabla… Und angeblich gäbe es keine aussagekräftigen Gegenstudien, was schön mal eine faustdicke Lüge ist. Einfach nur ein Auftrags-Propaganda-Film für den gut verdienenden Businessman Dr. Carlos.

Wir schließen unsere Betrachtungen mit einem abschließenden, umwälzenden Zitat aus dem toilet paper:

Die Gabriel-Technologie modifiziert den Gradienten im Wirbelfeld und den Spin der Atome.

Boah eh! Und das mit High Technology! 🙂

Dieser Artikel wird fortgeführt.

das gabrielachipsy-Team

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