Die Gabriel-Chip-Doppelblindstudie III

Neues zur Doppelblindstudie III

15.06.2017

Auf gabriel-technology.de/forschung/mobilfunk/ finden wir ganz unten folgende Formulierung: „wir [haben] die Erlaubnis von der Stiftung für Gesundheit und Umwelt (SFGU) erhalten, einen Teil der Doppelblindstudie Interssierten zugänglich zu machen.“ Scheinbar ist es auch diese Stiftung, bei welcher das Manuskript der Studie zu einem „Begutachtungsverfahren“ eingereicht wurde. Auf oben genannter Gabriel-Tech-Seite ist über diese Stiftung gar von einer „wissenschaftlichen Fachzeitschrift“ die Rede.

Wer nun ist die „DFGU„?
Die DFGU ist eine „Stiftung für Gesundheit und Umwelt“ – aus der Schweiz. „Die SfGU – Stiftung für Gesundheit und Umwelt wurde im April 1989 von der Familie Walter und Margrit Hefel-Lehmann ins Leben gerufen.“ Als Verantwortlicher zeichnet im Impressum Andreas Hefel. Diesen kennen wir bereits, er war/ist mit aufgeführt im Team der „Objekt-Berater“ der Gabriel-Tech. Ob es mit dem Namen Lehmann der Gründer mit dem gleichlautenden Namen des Geschäftsführers der Gabriel-Tech GmbH eine familiäre Verbindung gibt, vermögen wir derzeit nicht zu sagen.

Wir stellen uns jedoch die Frage,

  • wie unabhängig solch ein „Begutachtungsverfahren“ in diesem Falle (Verbindung Hefel, evtl. auch Lehmann) durchgeführt werden kann
  • außerdem fragen wir uns, wie wissenschaftlich ein „Begutachtungsverfahren“ durch den (SFGU) bewertet werden kann
  • daraus ergibt sich auch die Frage, nach welchen internationalen und anerkannten Standards dieses „Begutachtungsverfahren“ durchgeführt wird
  • und zu guter Letzt – warum eine Schweizer Stiftung und kein Deutsches Institut, Deutsches Labor oder ein Deutsches (oder internationales) renommiertes Wissenschaftsblatt etc. ?
    Da es bis heute keine „Hilfsmittelchen“ wie Anhänger, Aufkleber etc. gibt, die auf fundierter wissenschaftlich-technischer Basis Elektrosmog eliminieren können, wäre der Chip evtl. Nobelpreis-verdächtig. Denn es geht immerhin um nicht weniger als um das …

… „Ergänzen biologischer Primärfrequenzen“ | „drehen des elektromagnetischen Impulses“ | „inzwischen patentierte elektromagnetische Verfahrenstechnik sowie „Rezeptur und Gewinnung“ der dabei einzusetzenden naturidentischen Silikate“ | um das Rechts drehen linksdrehender Wellen, und es sind in dem Chip, in „seiner Oberfläche eine Vielzahl biologisch wirksamer Frequenzen mit dem natürlichen (rechtsdrehenden) elektromagnetischen Impuls unlöschbar eingeschrieben„. | „Das Funktionsprinzip des Gabriel-Chips ist dabei ebenso einfach wie genial. Befindet er sich im Strahl einer elektromagnetischen Welle, so prägt er ihr einen naturidentischen elektromagnetischen Impuls auf: er dreht die Welle praktisch auf „Rechts“.

Auf dem Gabriel-Chip sind eine Vielzahl solcher biologischen Ur-Frequenzen nicht veränderbar eingespeichert.“ (Näheres zu diesen „wissenschaftlichen“ Erklärungen)

Sensationell! Und man bestaune außerdem das wirklich geniale Patent AT 409 930 B, die eigentliche Grundlage des Gabriel-Chips. In diesem geht es sogar um „von Radiästheten als rechtsdrehend bezeichnetes Wasser„! Doch trotz allem erhalten wir für die Wirkung des Chips keine Garantie: „Eine Garantie für die Wirkung können und dürfen wir nicht allgemein aussprechen oder geben.“ (Link zu web.archiv.org)

Das finden wir sehr schade, bei so viel Innovation mit unverkennbaren Alleinstellungsmerkmalen!

 


Hauptartikel zur Doppelblindstudie III

Wir erfreuen uns eines erneuten Versuches der Gabriel-Tech, seinem „Hochtechnologie-Chip“ mittels einer „randomisierten Doppelblindstudie“ einen wissenschaftlichen Anstrich zu geben. Ob es diesmal gelingt…? Die Gabriel-Tech hatte 2004 ja schon einmal eine Studie vorgelegt, die jedoch zu Recht, wie nicht nur wir meinen, angezweifelt wurde. (s. hierzu auch scienceblogs.de/kritisch-gedacht/2008/09/15/gabriel-chip/) Einen ersten Versuch kennen wir allerdings auch schon aus dem Jahre 2003! Diese ist im Internet leider nicht mehr zu finden. Beide Studien wurden in Wissenschaftsmagazinen nie veröffentlicht und sind auch von den Websites der Gabriel-Tech verschwunden.

2003 – Notariell beaufsichtigte randomisierte Doppelblindstudie I
2004 – Notariell beaufsichtigte randomisierte Placebo kontrollierte Doppelblindstudie II
2017 – randomisierte Doppelblindstudie III – noch nicht veröffentlicht

Auf der Website gabriel-solution.com/#produkte/ steht bis heute (07.06.2017):

Die Doppelblindstudie im Mobilfunkbereich befindet sich derzeit in der Übersetzung und wird in Kürze zur Veröffentlichung fertig sein. […] So dass wir uns sicher sind Ihnen diese Studien im März präsentieren zu können.

Verwunderlich ist, was an der Studie, durchgeführt in der Uni Mainz, übersetzt werden muss. Und – warum dauert das so lange…?

Auch Journalisten von www.medizin-transparent.at/waveex interessieren sich für die neue Doppelblindstudie.

Die Gabriel-Tech moniert nun öffentlich folgende Aussagen seitens medizin-tranparent.at:

Auf der Homepage wurde kürzlich noch behauptet, es sei eine Wirksamkeitsstudie an einer deutschen Universität durchgeführt worden. Genauere Angaben dazu fanden sich jedoch nirgends und wurden auch auf Anfrage nicht geliefert. Kurze Zeit später war der entsprechende Eintrag von der Homepage verschwunden.

Die Gabriel-Tech antwortet darauf folgendermaßen:

Es sind zu keinem Zeitpunkt Hinweise und Informationen zur Doppelblindstudie auf unseren Seiten entfernt worden,

Doch die Tatsachen sehen anders aus.

Screenshot web.archiv.org vom 11. Jan. 2017 bis 10. März 2017
(die Meldung der Gabriel-Tech allerdings tatsächlich von Ende Dezember 2016!)

Unsere Highlights für das erste Quartal 2017: Veröffentlichungen unserer Doppelblindstudie im Mobilfunkbereich …

Screenshot web.archiv.org vom am 06. Mai 2017

[…] „Wir bedanken uns für Ihr Vertrauen und freuen uns, Ihnen in Kürze die Studien präsentieren zu können.“

Also doch! Es „wurden Hinweise und Informationen zur Doppelblindstudie auf unseren Seiten entfernt“! Nämlich der Hinweis auf das Erscheinen der Doppelblindstudie als „Highlights für das erste Quartal 2017„.
In der Überschrift heißt es „Signifikant nachgewiesen im EEG (Gehirnwellen) in einer randomisierten Doppelblindstudie 2017„. Also noch in Arbeit…?
Ein Quartal ist übrigens „der vierte Teil eines Kalenderjahres.“ Seit Ablauf des Quartals finden wir lediglich noch den Hinweis vom 06. Mai 2017 „in Kürze„.

Einleitend finden wir übrigens vorher den Hinweis:

Durch intensive Forschungen konnten wir unsere Produkte weiterentwickeln und dem neuesten Stand der Technik anpassen.

Solcherart Aussagen wurden und werden bis heute nie dokumentiert. Wir reden hier nicht von der gabriel-technology.de/home/historie, sondern von nachvollziehbaren Forschungsergebnissen, die wissenschaftlichen Überprüfungen standhalten! Das es bis heute an dieser Wissenschaftlichkeit ermangelt (vorsichtig formuliert), gesteht die Gabriel-Tech auf ihren eigenen Internetseiten:

Weder das Wirkprinzip, noch die Herstellungstechnologie noch eine positive Wirkung auf das gesundheitliche Wohlbefinden sind bisher allgemein wissenschaftlich anerkannt. Dasselbe gilt für die der GabrielAqua-Technologie.

Vorsorglich weisen wir darauf hin, dass die klangoptimierende Wirkung der Gabriel-Technologie nicht allgemein wissenschaftlich anerkannt ist.

Das Messverfahren im Dual-Feld und deren Verrechnung ist nicht allgemein wissenschaftlich anerkannt.

Quellen: gabriel-solution.com/de/rechtliche-hinweise, gabriel-solution.com/de/impressum, gabriel-technology.de/home/impressum, wohlfuehlexpertin.at/index.php/agb.

Weitere Ungereimtheiten zeigen sich auf gabriel-technology.de/forschung/mobilfunk/labormessungen/.

Doppelblindstudie belegt…
… Der Gabriel-Chip schützt das Gehirn vor den Auswirkungen des Mobilfunks

Belegt“ wird aber gar nichts, und schon gar nicht mit einer Doppelblindstudie. Diese zitierte Behauptung wird außerdem bis jetzt, 24. Mai 2017, mit Grafiken „belegt“ die aus einem „Messprotokoll: 0529/2013“ stammen. – Ganz am Ende des Berichts als Hinweis zu lesen.


Übrigens…

Am 29.09.2003, ließ die Gabriel-Tech noch folgende (großspurige?) Meldung verlauten: „Oberste Fernmeldebehörde Österreichs erbittet Informationen zum Gabriel-Chip„. Was dabei heraus gekommen ist, kann uns die bmvit (Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, Österreich) heute 2017 leider nicht mehr mitteilen, da im Aktenarchiv nach über 10 Jahren darüber nichts mehr zu finden ist. Jedoch unterrichtete uns ein dort amtierender Dipl.-Ing. per E-Mail darüber, dass

„bislang […] nach unserem Wissensstand in keinem der Fälle eine wissenschaftlich fundierte physikalische Wirkungsweise solcher Gerätschaften nachgewiesen werden“ konnte.

Diese Aussage, bezogen auf den aktuellen Wissensstand, dürfen wir also getrost auch auf die Vergangenheit anwenden!


Die (zukünftige ?) Analyse

Die Gabriel-Tech gibt nun an, der „Gabriel-Chip reduziert den Elektrosmog im Mobilfunk signifikant„. Welche Werte und Bezugsgrößen benötigen wir zu solch einer Aussage, bzw. auf welche Werte bezieht sich diese Aussage? Oder anders gefragt: welches Ergebnis, welche Konsequenzen liefert uns diese Aussage bzw. die Studie? Welchen Wert hat sie für den Einzelnen?

  1. Ab welcher Größenordnung sind bestimmte Messwerte als „signifikant“ zu bezeichnen bzw. zu bewerten (im Messbereich der Studie, also Elektromagnetische Messwerte?) ?
  2. Was lässt sich daraus ableiten? In Bezug zu was wird die Signifikanz gestellt?
  3. Wie sind die Vergleichswerte beim Einsatz des Gabriel-Chips? Wie groß sind die individuellen Unterschiede bei den einzelnen Probanden? Man beachte hierbei, dass Durchschnittswerte für den Einzelnen in der Praxis untauglich sind!
  4. Gibt es Vergleichswerte bei einem sorgsamen Umgang mit Handys, z.B. bei Benutzung der Freisprecheinrichtung? (größerer Abstand zum Kopf!)
  5. Wie relevant ist die Aussage für die Gesundheit der Bevölkerung? Hat sie überhaupt eine gesundheitliche Bedeutung?
  6. Rechtfertigen die Werte aus der Studie (bei angenommener Wirksamkeit) den Kauf und den Einsatz des Gabriel-Chips?
  7. Wie unabhängig wurde die Studie durchgeführt? Wie sicher werden der Öffentlichkeit unverfälschte Daten präsentiert? Dies sind bei Weitem keine rhetorischen Fragen!
  8. Gibt es Verifizierungen durch unabhängige wissenschaftliche Gremien?
  9. etc., etc. …

Wir schließen vorerst mit einem Zitat von www.medizin-transparent.at/waveex

Bisher wurden die Ergebnisse jedoch nicht in einer wissenschaftlichen Zeitschrift veröffentlicht, wo sie sich der kritischen Gegenprüfung durch andere Forscher stellen müssten. Wie genau die Studie durchgeführt worden ist, bleibt vorerst genauso unklar wie Details zu den angegebenen Daten und Ergebnissen. Daher ist zur Zeit nicht transparent nachvollziehbar, wie aussagekräftig das Versuchsdesign und die Ergebnisse sind. Zudem wurde offensichtlich gar nicht erhoben, ob sich auch die Konzentrationsfähigkeit oder Gesundheit der Probanden direkt verbessert hat.

Dem ist bis zum Erscheinen der seit Dezember 2016 für März 2017 angekündigten „randomisierten Doppelblindstudie“ nichts hinzuzufügen!



Die Uni Mainz

Da die Studie von der Uni Mainz durchgeführt wurde, sind wir einmal etwas suchen gegangen, weil wir wissen wollten, welche (wissenschaftlichen) Berührungen zum Thema Elektrosmog es in der Vergangenheit bereits gegeben hat. Dabei stießen wir auf Veröffentlichungen, die wir nach unserem Dafürhalten für weniger wissenschaftlich halten.

uni-mainz.de/presse/archiv/zope.verwaltung.uni-mainz.de/presse/mitteilung/2003/2003_10_16emf_wachhund/showArticle_dtml.html

Es wurden nämlich Daten erhoben, die lediglich der Gefühlslage bzw. der Meinung freiwilliger Datenlieferanten aus der Bevölkerung entsprachen. Denn „Elektrosensibilität“ beschreibt die Meinung Einzelner über eigene Befindlichkeiten, die mit „Elektrosmog“ assoziiert werden. Bis heute kann kein Arzt auf der Welt mit Sicherheit feststellen, dass bestimmte Beschwerden zweifelsfrei durch technische Strahlung (Handy etc.) verursacht wurden. Genauso wenig gibt es eine wissenschaftliche Definitionen für den Begriff „Elektrosensibilität“. (s. weiter unten auch die „Zitate aus dem Abschlussbericht„)

Selbst der Begriff Elektrosmog […] ist ein unwissenschaftlicher, umgangssprachlicher Ausdruck für die täglichen Belastungen des Menschen und der Umwelt durch technisch erzeugte (künstliche) elektrische, magnetische und elektromagnetische Felder, von denen teilweise angenommen wird, dass sie (unerwünschte) biologische Wirkungen haben könnten.“

Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Elektrosmog – Hervorhebungen (fett) durch gabrielachipsy

Abschlussbericht „Mainzer EMF-Wachhund“ Phase 1, 01. Juli 2003edoweb-rlp.de/resource/edoweb:3430203/data, oder hier als PDF – Watchdog-Abschlussbericht 01

Beschwerden über Gesundheitsstörungen durch Handys und Mobilfunkanlagen sind weitaus seltener als angenommen. Dies zeigte eine Erhebung des rheinland-pfälzischen Umweltministeriums. Während das Bundesamt für Strahlenschutz bislang von bis zu sechs Prozent so genannter Elektrosensibler in der Bevölkerung ausging, ergab eine Modell-Studie des Mainzer Ministeriums mit dem Titel „Mainzer EMF-Wachhund“ erheblich geringere Betroffenenzahlen.

Quelle: informationszentrum-mobilfunk.de/mainzer-emf-wachhund – Hervorhebungen (fett) durch gabrielachipsy

Die Domain mainzer-emf-wachhund.de ist bei der Denic nicht mehr registriert, aber dass Meldeformular steht uns auf http://web.archive.org/web/20050910025009/http://www.mainzer-emf-wachhund.de/wachhund/Meldung/OnlineMeldung/onlinemeldung.shtml immer noch zur Verfügung. Auch dieses Formular zeigt, dass es lediglich um Befindlichkeiten und Meinungen ging. Die folgenden Auszüge aus dem Abschlussbericht verdeutlichen dies einmal mehr. – Elektrosensibilität ist nicht wissenschaftlich evident!

Zitate aus dem Abschlussbericht (zu „Befindlichkeiten und Meinunen“)

Einführung

Die Vielen Einzelschicksale. die von Bürgern an Politik. Ärzte und Wissenschaft herangetragen werden, belegen, dass es das Beschwerdebild des „Elektrosmog-Kranken“ durchaus gibt. Ob dies tatsächlich auf Belastungen durch elektromagnetische Felder, auf Angst vor elektromagnetischen Feldern oder andere Umwelteinflüsse zurückzuführen ist, ist zur Zeit nicht beantwortbar. Zu einer Bewertung dieses Phänomens und zur Entwicklung von Strategien zur Bekämpfung dieses Phänomens fehlen die unerlässlichen Daten. Den Betroffenen fehlen ärztlich-wissenschaftliche Anlaufstellen, denn es gibt keinerlei Empfehlungen, wie Patienten mit „Elektrosmog“ assoziierten Beschwerden geholfen werden kann. Dieser Wissenslücke möchte sich der „Mainzer EMF-Wachhund“ annehmen.

Ergebnisse

Über die Hälfte der Personen charakterisieren sich selbst als „elektrosensibel“ (56%), während die andere Hälfte dies verneint (23%) oder sich nicht sicher ist (18%).

Bei Betrachtung der Faktoren, die nach Meinung betroffener Probanden eine gesundheitliche Beeinträchtigung auslösen, nennen 66% der Betroffenen benachbarte Mobilfunk-Basisstationen. 40 % erachten das Handy oder schnurlose Telefone als Quelle. Im Niederfrequenzbereich (50 Hz) beunruhigen elektrische Einrichtungen wie Umspannwerke, Hochspannungsleitungen oder Transformatoren (24%), elektrische Haushaltsgeräte (16%) und elektrische Einrichtungen der Bahn (12 %) die Befragten. Auf Grund möglicher Mehrfachnennungen liegt die Summe bei über 100%

Quelle: edoweb-rlp.de/resource/edoweb:3430203/data – Hervorhebungen (fett) durch gabrielachipsy

Ein paar Gedanken zur Auswertung

Zu einer in der Auswertung angedeuteten „Phase 2“ ist es nach unserem Kenntnisstand nicht mehr gekommen

Die angegebenen Beeinträchtigungen (Schlafstörung, Konzentrationsstörung, Müdigkeit, Mattigkeit, Erschöpfung, Vergesslichkeit, Reizbarkeit) haben nach unserem Dafürhalten „irgendwie“ miteinander zu tun. Sind dies nicht primär psychische Störungen? Das Gros der Betroffenen zeigt sich laut Statistik signifikant ab dem Alter von 40 bis 69 Jahren. Warum? Weil in diesem Alter die „Zipperlein“ beginnen oder sich verfestigt haben, oder man/frau überarbeitet, gestresst und ruhebedürftig ist? Ist diese Altersgruppe nicht ohnehin diejenige, welche die angegebenen Symptome in verstärktem Maße aufweist?

  1. Wurden die Beschwerden nach (eventuellen) Arztbesuchen gelindert/beseitigt?
  2. Wurden die Beschwerden nach Beseitigung angenommener Störgeräte (Elektrogeräte, Handy etc.) gelindert/beseitigt?
  3. Werden die Beschwerden evtl. durch Medikamente verursach?
  4. Das es eine „Elektrophobie“ gibt, wurde bereits anschaulich nachgewiesen, denn …

… In der Nähe eines Mobilfunkmastes litten die Probanden an Symptomen wie Übelkeit oder Kopfschmerzen – auch wenn die Sendeanalage abgeschaltet war. Entscheidend war nur, ob die Probanden sich als elektrosensibel bezeichneten oder nicht.

Quelle: sueddeutsche.de/gesundheit/fragwuerdige-produkte-zum-schutz-gegen-strahlung-wie-sich-mit-der-angst-vor-elektrosmog-geld-verdienen-laesst-1.1281484-2

Und weiter …

„Elektrosmog“ als Mythos entlarvt. In: Via medici 2007; (1): 6. [In einem Versuch der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), http://www.baua.de, wurden sich selbst für besonders elektrosensibel Haltende innerhalb einer Stunde 3 mal 10 Min. lang einem Magnetfeld ausgesetzt oder einem 30 cm vom Ohr entfernten sendenden Mobiltelephon. Die Häufigkeit einer zutreffenden Vermutung der Proband/inn/en über das Vorhandensein eines Feldes lag nahe der bei reinem Raten zu Erwartenden. Auch fehlten Änderungen des elektrischen Widerstands der Haut unter Feld – Einwirkung. Anm. des Bearb.: Dieses Ergebnis spricht zunächst nur gegen akute Kurzzeit – Effekte solcher Felder auf den Körper. In realen Fällen von Elektrosmog zugeschriebenen Gesundheitsstörungen ist die Einwirkung meist längerfristig und oft mit einer anderen Strahlenquelle als einem „Handy“ assoziiert.]

Quelle: http://www.students.uni-mainz.de/jungc000/uugit/basisinf/informat/biblumge/umwefakt.htm

Viel gefährlicher ist es möglicherweise, ständig Veröffentlichungen wie auf den Gabriel-Tech-Internetseiten zu lesen, Elektrosmog bzw. Handy-Strahlung würde krank machen. Sind derartige Veröffentlichungen deshalb als fahrlässig und unzulässig zu bezeichnen?

Nocebo-Effekt: Medienberichte können Krankheitssymptome auslösen

Erwartung einer Schädigung kann zu Symptomen führen / Medien sollten verantwortungsvoll mit Warnungen vor Gesundheitsrisiken umgehen

Medienberichte über vermeintlich gesundheitsgefährdende Substanzen können dazu führen, dass empfindliche Menschen Krankheitssymptome entwickeln, obwohl es objektiv keinen Anlass dafür gibt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die sich mit dem Phänomen der elektromagnetischen Hypersensitivität befasst hat. Bei dieser Symptomatik reagieren die Betroffenen nach eigenen Angaben auf elektromagnetische Wellen wie Handy-Strahlung mit Beschwerden. Sie zeigen körperliche Reaktionen. Mithilfe der Kernspintomographie ist zu sehen, dass schmerzverarbeitende Hirnregionen aktiviert sind. „Es spricht allerdings vieles dafür, dass es sich bei der elektromagnetischen Hypersensitivität um einen sog. Nocebo-Effekt handelt“, erklärt Dr. Michael Witthöft von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU). „Allein die Erwartung einer Schädigung kann tatsächlich Schmerzen oder Beschwerden auslösen, wie wir es umgekehrt im Bereich schmerzlindernder Wirkungen auch von Placebo-Effekten kennen.“ Wie die neue Studie zeigt, können Medienberichte, die vor Gesundheitsrisiken warnen, bei manchen Personen Nocebo-Effekte hervorrufen oder verstärken.

Quelle: www.students.uni-mainz.de/jungc000/uugit/basisinf/informat/biblumge/umwefakt.htm

– Hervorhebungen (fett) durch gabrielachipsy


Allgemeine Kritik

Eine (Doppelblind-)Studie ist nicht zwingend und automatisch ein wissenschaftlicher Nachweis, sondern stellt, ‚richtig‘ interpretiert, Beziehungen her und lässt immer Raum für weitere Interpretationen (Möglichkeiten, Auswirkungen, Prioritäten etc.). Allgemeinverbindliche Aussagen für jedermann/jedefrau lassen sich daraus schwerlich ableiten. „Große Studien erlauben „höchstens sichere Auskünfte für den durchschnittlichen Patienten“, den es in der Praxis nicht gibt.

„Je besser die Studie – desto schlechter das Ergebnis.“

„Es heißt, dass der Zufall so bedeutsam für statistische Fehler ist, dass unsere Schlussfolgerungen nur auf großen Zahlen basieren sollten. Aber Ärzte haben nichts mit dem zu tun, was man das Gesetzt der großen Zahlen nennt, ein Gesetz, das nach dem Ausspruch eines großen Mathematikers, im Generellen immer richtig und  Speziellen immer falsch ist.“

„Die Verhältnisse in der Medizin sind absolut vergleichbar. Zwar geben Statistiken einen gewissen Hinweis darauf, was bei einem bestimmten Patienten in etwa passieren könnte. Sie sagen aber mit „an Wahrscheinlichkeit grenzender Sicherheit“ nichts darüber aus, wie ein realer Patient reagieren wird.“

„Es gibt keine Methode, individuelle Reaktionen des Patienten zu beurteilen, außer dem gesunden Menschenverstand, der leider zu oft eher zu ungesunden Resultaten führt. Dieser völlige Mangel an einer Methodik zur individuellen Beurteilung und Prognostik ist ein wesentliches Charakteristikum der derzeitigen statistischen Medizin.“

„Je individueller wir eine Therapie gestalten, desto sicherer wird sie ein gutes Ergebnis aufweisen. Aber desto sicherer wird sie aber auch zu einer wenig verlässlichen Statistik führen.“

„Im Grunde gilt: Je statistisch solider eine Studie ist, desto schlechter ist die praktizierte Medizin.“

„Große Studien erlauben „höchstens sichere Auskünfte für den durchschnittlichen Patienten“, den es in der Praxis nicht gibt.“

Quelle: dzvhae-homoeopathie-blog.de/?p=114

„Allerdings wurde immer wieder vor einer „sklavischen Studiengläubigkeit“ gewarnt und vielfach setzen sich Ergebnisse nur durch, wenn dies auch physiologisch nachvollziehbar ist. Trotzdem finden sich auch viele randomisierte klinische Studien, deren Ergebnisse keinen oder erst sehr späten Einfluss auf die angewandte Medizin erlangt haben. Auch wurden wenige Studien massiv gefälscht …

Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Randomisierte_kontrollierte_Studie


Glossar

Doppelblindstudie

„Eine Doppelblindstudie ist eine klinische Studie zur Prüfung spezifischer Arzneimittelwirkungen. Ein Teil der Patienten erhält eine bestimmte Arznei, ein anderer Teil zur Kontrolle ein Scheinmedikament (Placebo).“

Doppelblind

„Weder der Patient noch der Behandler wissen, welcher Patient eine Scheinarznei bekommt. Im Idealfall sollte dies auch das Team, das die Daten sammelt, nicht wissen (Dreifach-Verblindung). Den Patienten und den Arzneidosen werden Codes zugeteilt, die erst nach vollständig abgeschlossener Datenerhebung zur endgültigen Auswertung offengelegt werden.“

Randomisierung

„Die beiden Vergleichsgruppen sind nach gesteuerten Zufallskriterien zusammengesetzt. Es sollte hinsichtlich Krankheitszustand, Alter, Geschlecht usw. keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen beiden Gruppen geben.“

Quelle: arscurandi.de/wp-content/uploads/2015/01/forschung_doppelblind.pdf

evimed.ch/glossar/random_kontrollierte.html

Elektrosensibilität

„Als elektrosensibel werden Menschen bezeichnet, die angeben, elektrische, magnetische oder elektromagnetische Felder (EMF) wahrnehmen zu können.“

In einer 2011 veröffentlichten Studie der Strahlenschutzkommission heißt es:[1]
„Die Ergebnisse des DMF [Anm.: Deutsches Mobilfunk-Forschungsprogramm] zeigen, dass die ursprünglichen Befürchtungen über gesundheitliche Risiken nicht bestätigt werden konnten. Es haben sich durch die Forschungsergebnisse des DMF auch keine neuen Hinweise auf bisher noch nicht bedachte gesundheitliche Auswirkungen ergeben. In Übereinstimmung mit anderen internationalen Gremien (ICNIRP 2009, WHO 2011) kann festgestellt werden, dass die den bestehenden Grenzwerten zugrundeliegenden Schutzkonzepte nicht in Frage gestellt sind.“

Quelle: Wikipedia

[1] Die Auswertung der Strahlenschutzkommision, Biologische Auswirkungen des Mobilfunks, 29./30.09.2011


Über sachdienliche Hinweise freuen wir uns!

das gabrielachipsy-Team
E-Mail-Adresse

 

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